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Auktionshaus »Union«, Inhaber Leo Spik, in der Tiergartenstraße 6, um 1935
Landesarchiv Berlin, F Rep. 290 Fotosammlung
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Die Fotografie aus Max Cassirers Wilmersdorfer Villa zeigt großbürgerliche Lebensart, hier das Musikzimmer mit Flügel und den Blick in das Herrenzimmer auf einen antiken Kachelofen. Unter den zahlreichen Gemälden und Plastiken ist an der Wand, links der Tür, das Gemälde »Bauer mit Kuh« von Max Liebermann zu erkennen. Vor der Säule stand die Bronze »An der Tränke« des belgischen Bildhauers Constantin Meunier, um 1930
Landesarchiv Berlin, B Rep. 025-04 Wiedergutmachungsämter von Berlin
Gute Geschäfte. Kunsthandel in Berlin 1933 - 1945
Eine Ausstellung des Aktiven Museums e.V.
Wer bisher die Ausstellung „Gute Geschäfte“ noch nicht gesehen hat, hat vom 20. Oktober 2011 bis zum 27. Januar 2012 noch einmal die Gelegenheit, die Ausstellung des Aktiven Museums über den Kunsthandel im nationalsozialistischen Berlin in unseren Räumen am Eichborndamm in Berlin-Reinickendorf zu besuchen. Das Landesarchiv ergänzt die erfolgreiche Exposition, die im Frühjahr dieses Jahres viele Besucher im Centrum Judaicum interessiert hat, um zeitgenössische Quellen aus seinen Aktenbeständen. Im Januar 2012 richten Landesarchiv und Aktives Museum, die eine mehrjährige Kooperation verbindet, gemeinsam einen Workshop zur Thematik aus, der sich fachübergreifend an interessierte Forscherinnen und Forscher richten soll.
Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist die Geschichte des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam.
Anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen zeigt die Ausstellung beispielhaft, wie die Politik jener Jahre auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern, die den Kunsthandel im Berlin der 1920er Jahre maßgeblich geprägt haben, werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien dokumentiert.
Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als »entartet« beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.
Zwischen 1933 und 1945 fand auf dem Berliner Kunstmarkt ein Verdrängungsprozess statt: während zahlreiche Kunsthandlungen schließen mussten, wuchs die Bedeutung von Auktionshäusern, die private Kunstsammlungen oder ganze Wohnungseinrichtungen von meist jüdischen Berlinern versteigerten. Bis zuletzt profitierte der Berliner Kunsthandel darüber hinaus vom Handel mit Beutekunst aus den im Krieg eroberten Gebieten.
Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach »Raubkunst« durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die vom Hauptstadtkulturfonds gefördert wurde.
Begleitprogramm zur Ausstellung
Führungen durch das historische Galerienviertel in Tiergarten mit Regine Wosnitza und Heike Stange
Interdisziplinärer Workshop mit Kunsthistorikern, Provenienzforschern und Archivaren zum Thema „Spurensuche: Der Berliner Kunsthandel im Spiegel der Forschung“
Gruppenführungen durch die Ausstellung sind nach telefonischer Voranmeldung möglich.
Katalog zur Ausstellung
Gute Geschäfte. Kunsthandel in Berlin 1933 – 1945, hrsg. von Christine Fischer-Defoy und Kaspar Nürnberg, 2. Auflage Berlin 2011.
216 Seiten.
ISBN 978-3-00-034061-1
Der reich illustrierte Katalog ist zum Preis von 20,00 € in der Geschäftsstelle des Aktiven Museums e.V., Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin und während der Ausstellungslaufzeit auch im Landesarchiv Berlin erhältlich.
Kontakt im Landesarchiv:
Bianca Welzing-Bräutigam
Tel.: 030/90264215
E-Mail: welzing-braeutigam@landesarchiv.berlin.de



