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Porträt von Peter Anders, Fotograf Kurt Julius, 1954 (LAB E Rep. 400-05)
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... "Ihr Gatte, dessen tragischen Tod auch ich aufs tiefste bedauere, besaß außer seiner schönen Stimme etwas noch Selteneres: wirkliche Musikalität ..."
(Gustaf Gründgens)
Nachlass des großen deutschen Tenors Peter Anders im Landesarchiv Berlin.
Das Landesarchiv Berlin übernahm im August 2009 von der Sängerin und Schauspielerin Sylvia Anders den Nachlass ihres Vaters Peter Anders. Oben genanntes Zitat stammt aus dem im Nachlass enthaltenen Kondolenzbrief von Gustaf Gründgens vom 16. September 1954 an die Witwe, Susanne Anders.
Peter Anders, geboren am 1. Juli 1908 in Essen, absolvierte zunächst eine Ausbildung als Bücherrevisor, bevor er ab 1928 Gesangsunterricht nahm. Er studierte in Berlin an der Staatlichen Hochschule für Musik bei Prof. Ernst Grenzebach und Liedgestaltung bei Prof. Lula Mysz-Gmeiner, deren Tochter Susanne er später heiratete. 1931 debütierte er in Max Reinhardts Berliner Inszenierung "Die schöne Helena" von Offenbach. Ein Jahr später erfolgte sein erstes Engagement in Heidelberg. Die Antrittsrolle war noch im Buffo-Fach, der Jaquino in der Oper "Fidelio".
Seine Karriere führte ihn von Darmstadt nach Köln, Hannover und über München schließlich 1940 nach Berlin. An der Staatsoper Unter den Linden, deren Mitglied er bis 1948 war, reüssierte er im lyrischen Fach. Zu seinen Glanzpartien zählten der Tamino (Zauberflöte), Ferrando (Cosi fan tutte), Belmonte (Entführung aus dem Serail), Rudolf (La Bohème), Alfred (La Traviata) und Linkerton (Madame Butterly).
Wegen der Berlin-Blockade übersiedelte er mit seiner Frau und den drei Kindern Ursula, Peter und Sylvia nach Hamburg. Dort wirkte er ab 1949 an der Hamburgischen Staatsoper. Er wechselte erfolgreich ins heldische Fach und brillierte 1950 mit dem Othello. Walther von Stolzing und Siegmund waren die Wagner-Partien auf der Bühne, den Lohengrin sang er für den WDR ein. In den Fünfziger Jahren zählte er zu den bekanntesten deutschen Sängern. Es folgten internationale Gastauftritte, so zum Beispiel beim Edinburgh-Festival 1952 und an der Wiener Staatsoper. Populär wurde er vor allem durch seine Operettenaufnahmen beim WDR wie z.B. "Der Zigeunerbaron" und "Karneval in Rom" (Johann Strauß) sowie "Paganini" von Franz Lehar. Ebenso bedeutend waren seine Auftritte als Liedsänger. Hervorzuheben sind zwei Einspielungen von Franz Schuberts "Winterreise" - 1945 mit dem Pianisten Michael Raucheisen und 1948 mit Günther Weißenborn. Unvergessen sind seine Interpretationen von Brahms-Liedern, dem Zyklus "An die ferne Geliebte" (Beethoven) sowie Orchesterliedern von Richard Strauss (begleitet von den Berliner Philharmonikern).
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere starb Peter Anders am 10. September 1954 an den Folgen eines Autounfalls auf der Fahrt zwischen Hannover und Hamburg.
Der Nachlass enthält sowohl private als auch berufliche Korrespondenz, Photos, Kritiken, Verträge, Urkunden, Notizbücher, Ton- und Film-Material. Nach seiner Bearbeitung kann der Nachlass im Landesarchiv Berlin eingesehen werden.
Vom 7. Dezember 2009 bis zum 5. März 2010 werden bereits einige ausgewählte Exemplare aus dem Nachlass in einer kleinen Ausstellung im Lesesaal des Landesarchivs Berlin präsentiert.
Kontakt
Lydia Kiesling
Landesarchiv Berlin
Eichborndamm 115-121
13403 Berlin
030/90264-220
kiesling@larch.verwalt-berlin.de
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