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Helene Lange


Mitglieder des Verbandes
Weiblicher Angestellter
aus Düsseldorf in Leipzig,
1927


Marie Munk


Clara von Simon (li),
Marie Elisabeth Lüders


Gertrud Bäumer


Anna von Gierke


Anna Pappritz


Vorstand des BDF,
Köln 1921

Helene-Lange-Archiv im Landesarchiv Berlin

Das Helene-Lange-Archiv (HLA) ist nach der Lehrerin, Frauenrechtlerin und Politikerin Helene Lange benannt, deren schriftlicher Nachlass aber nur einen kleinen Teil dieses Archivs ausmacht. Es fasst nämlich mehrere Teilbestände unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Umfangs zusammen, darunter Archive von Frauenorganisationen und Nachlässe von einzelnen Frauen, die innerhalb des gemäßigten Flügels der bürgerlichen Frauenbewegung des späten 19. und vor allem des frühen 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielten.

Geschichte des Helene-Lange-Archivs

Hervorgegangen ist das HLA aus der 1911 errichteten Helene-Lange-Stiftung (HLSt), die den Zweck verfolgte, das Studium von Frauen durch die Vergabe von Stipendien an Studentinnen und von Druckkostenzuschüssen für Dissertationen zu fördern. Zwar verlor die Stiftung ihr Vermögen bereits nach dem Ersten Weltkrieg durch die Inflation, bestand jedoch bis 1961 weiter. Sie wurde seit 1933 zum Auffangbecken für das Vermögen von Verbänden und Vereinen der Frauenbewegung, die sich selbst auflösten, u.a. des Dachverbandes Bund Deutscher Frauenvereine (BDF). Zum Vermögen jener Organisationen gehörten auch deren Archive und Bibliotheken. Dieses Material ist der Kernbestand dessen, was heute unter der Bezeichnung "Helene-Lange-Archiv" zusammengefasst wird. Nach der Gründung des Berliner Frauenbundes 1945 e.V. (BFB), der sich in die Nachfolge des BDF stellte, und der Wiedergründung (1947) des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes e.V. (DStV), Nachfolgerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) von 1865, wurden Archivalien und Bücher zwischen beiden aufgeteilt. Das HLA war als Depositum des Berliner Frauenbundes 1945 e.V. von 1969 bis 1988 im Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) und ist seit 1988 im Landesarchiv Berlin untergebracht. 1994 kam, ebenfalls als Dauerleihgabe, das Archiv des BFB aus den Jahren 1945-1990 hinzu. Im selben Jahr folgten Archiv und Bibliothek des Verbandes weiblicher Arbeitnehmer e.V. (VWA). HLA, Archiv des BFB und Archiv des VWA fasste das Landesarchiv Berlin Ende der 1990er Jahre zu einer eigenen Beständegruppe mit der Bezeichnung "Frauenverbände und -vereine / Helene-Lange-Archiv" zusammen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Susanne Knoblich
Tel.: 030 - 90 264 - 236
Fax: 030 - 90 264 - 201
E-Mail: knoblich@larch.verwalt-berlin.de

Bestände des Helene-Lange-Archivs

Inhaltlicher Schwerpunkt des Materials des Helene-Lange-Archivs (HLA) sind die Aktivitäten der Verbände und Vereine in den Bereichen Frauenbildung, -ausbildung und -beruf. Der umfangreichste Teilbestand des HLA ist das Archiv des Bund Deutscher Frauenvereine (BDF; 1894-1933). An zweiter Stelle ist das Archiv des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen-Vereins (ADLV; 1890-1933) als eines der ältesten und wichtigsten Frauenberufsvereine zu nennen. Wesentlich kleiner sind die Bestände der ADLV-Abteilung Deutscher Philologinnenverband (DPhV; 1903-1933), des Deutschen Akademikerinnenbundes e.V. (DAB; 1929-1933), des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF; 1892-1930, zum Teil im Archiv des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbandes e.V. (DStV)), der Helene-Lange-Stiftung (HLSt; 1901-1961) und des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB; 1951-1987). Das HLA enthält außerdem Nachlässe bzw. Nachlass-Splitter der Frauenrechtlerinnen Helene Lange (1848-1930) und Anna Pappritz (1861-1939), der Fürsorgerinnen Anna von Gierke (1874-1943), Isa Gruner (1897-1989) und Else Sander (1896-1988), der Juristinnen Marie Munk (1885-1978) und Marianne Gatzke (1913-), der Lehrerin Margot Krohn (1892-1981) sowie Mikrofiches der im Archiv des DStV aufbewahrten Nachlässe der Schriftstellerinnen Louise Otto-Peters (1819-1895) und Dorothee von Velsen (1883-1970). Hinzu kommen eine Bibliothek, eine Broschüren- sowie eine Zeitungsausschnittssammlung.

Die Bestände werden ergänzt durch das Schriftgut zweier Frauenvereine der radikalen Richtung der bürgerlichen Frauenbewegung (Verband Fortschrittlicher Frauenvereine in Berlin und Verein Frauenwohl), die dem Landesarchiv Berlin im Rahmen eines Beständeaustausches vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam im Sommer 2001 übergeben wurden.

Zu den Beständen im Einzelnen:
A Rep. 060-52Verband Fortschrittlicher Frauenvereine
A Rep. 060-53Verein "Frauenwohl"
B Rep. 235 ff.Depositum Helene-Lange-Archiv
B Rep. 235-01Bund Deutscher Frauenvereine (BDF)
B Rep. 235-02-01Allgemeiner Deutscher Frauenverein (ADF/HLA)
B Rep. 235-02-02Allgemeiner Deutscher Frauenverein (DStV)
B Rep. 235-03Allgemeiner Deutscher Lehrerinnen-Verein (ADLV)
B Rep. 235-04Deutscher Philologinnenverband (DPhV)
B Rep. 235-05Deutscher Akademikerinnenbund e.V. (DAB)
B Rep. 235-06Helene-Lange-Stiftung (HLSt)
B Rep. 235-08Deutscher Ärztinnenbund e.V. (DÄB)
B Rep. 235-09Anna von Gierke (Nachlaß)
B Rep. 235-11Helene Lange (Nachlaß)
B Rep. 235-12Marie Munk (Nachlaß)
B Rep. 235-13Anna Pappritz (Nachlaß)
B Rep. 235-14Louise Otto-Peters (Nachlaß)
B Rep. 235-15Dorothee von Velsen (Nachlaß)
B Rep. 235-17Marianne Gatzke (Nachlaß)
B Rep. 235-18Margot Krohn (Nachlaß)
B Rep. 235-19Else Sander (Nachlaß)
B Rep. 235-20Zeitungsausschnittsammlung
B Rep. 236 ff.Depositum Berliner Frauenbund 1945 e.V.
B Rep. 236-07Berliner Frauenbund 1945 e.V. (BFB)
B Rep. 236-10Isa Gruner (Nachlaß)
B Rep. 237ff.Depositum Verband Weiblicher Arbeitnehmer e.V.
B Rep. 237-16Verband Weiblicher Angestellter (VWA)

Es werden für die Benutzung nur Mikrofiches vorgelegt (Ausnahme: Bibliothek). Für die Benutzung/Bestellung im Landesarchiv Berlin gelten vierstellige Mikrofiche-Nummern.

Einen ersten Eindruck - allerdings nicht alle Bestände umfassend - vermittelt das 1987 im Deutschen Studienverlag Weinheim erschienene und vom Berliner Frauenbund 1945 e.V. herausgegebene "Findbuch der Archivalien des Helene-Lange-Archivs". Bitte beachten Sie, dass die dort angegebenen Film-Nummern nicht mehr gültig sind.